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Die Kunst des aktiven Zuhörens

Wir leben in einer Zeit, in der gefühlt JEDER zu ALLEM etwas zu sagen hat. Jeder hat eine Meinung, gibt zu etwas sein Statement ab, will mit der Welt teilen, was er weiß & kann oder was ihn bewegt. Doch wer hört eigentlich bei alldem noch hin? Geschweige denn zu? Wenn du dieses Gefühl teilst, & es besser machen willst als viele, dann lese in diesem Artikel mehr zu der rar gewordenen Superkraft des aktiven Zuhörens.



Als Coach gehört es ganz klar zu meiner Professionalität & meiner stärksten Superkraft, dass ich meinen Klienten zuhöre. Ich kann keinen Auftrag erfüllen, wenn ich nicht weiß, was genau das Anliegen des Klienten ist. Deshalb gehört es zu einer meiner wichtigsten & wertvollen Tools, dass ich aktiv zuhöre. Das konnte ich aber nicht immer. Denn, was viele nicht wissen beziehungsweise unterschätzen: Aktives Zuhören ist nahezu ein Hochleistungs-Job.


Du denkst vielleicht, dass das übertrieben klingt? Es ist aber die Wahrheit. & ich teile mit dir, warum.


Das aktive Zuhören ist eine der grundlegenden Techniken für eine gelingende Kommunikation. Hierbei liegt der Schwerpunkt darauf, dass ich nicht einfach nur meine Ohren nutze & passiv lausche, was jemand mit mir teilt. Nein, ich sitze – bildlich gesprochen – auf der vorderen Stuhlkante. Das fängt mit der Umgebung des Gespräches an:


  1. Das Handy ist auf lautlos, Radio, TV & Co sind mindestens leise, besser aus

2. Wir sind in einer Umgebung, in der Störungen reduziert oder für eine gewisse Zeit ausgeschlossen sind.

3. Je nach Anlass habe ich/haben wir etwas zu schreiben vor uns um uns Notizen zu machen. Ich kann später auf diese Keywords zurückgreifen & unterbreche in diesem Moment den Gedanken meines Gegenübers nicht. Kommt eine Gedanken- &/oder Redepause, kann ich aktiv Zusammenfassen, was ich verstanden habe & mir das Okay meines Gesprächspartners abholen. Ist es im ersten Schritt noch nicht da, dieses Okay, können wir Missverständnisse in diesem Moment gleich auflösen.


Dann folgt die innere Haltung, mit der ich solche Gespräche führe:


4. Meine gesamte Aufmerksamkeit liegt auf dem, was mein Gegenüber mit mir teilen wird. Zu 100%

5. Ich achte auf Inhalte ebenso wie auf die gesprochenen Worte. Parallel noch auf das Wie: auf Mimik, Gestik, Körperhaltung, Tonfall der Worte.

6. Ich halte Blickkontakt & steigere dadurch die Chance, dass mir all diese Details auch auffallen.

7. In den Hintergrund tritt in diesem Moment, was ICH zu sagen habe. Denn:

8. Ich habe den festen Wunsch in mir, mein Gegenüber zu verstehen. Richtig zu verstehen.


Im Bereich der Kommunikations-Technik fällt dies:


9. Nonverbale Signale,

  • wie Blickkontakt,

  • eine offene Körperhaltung,

  • gelegentliches Nicken

  • & weitere positiv verstärkende Signale (angemessene Laute u.ä.)

Sie zeigen meinem Gegenüber, dass ich bei ihm bin mit meiner Aufmerksamkeit.

 

So weit, so gut.

10. Der nächste Schritt ist, wie oben schon erwähnt, dass ich das, was ich gehört habe in einem ersten Verarbeitungsschritt mit meinen Worten wiederhole (Paraphrasiere). Hierbei versuche ich mich auf den Kern des Gesagten zu fokussieren & wertfrei zu bleiben.


„Ich habe verstanden, dass die Situation damals für dich durch das Verhalten von XY eine sehr belastende war. Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann war besonders Das&Das für dich sehr schwer zu ertragen. Richtig? [nicken]“


Danach folgt der Schritt der vertiefenden Fragen:

„Könntest du mir bitte beschreiben, was es genau war, was dich damals am meisten belastet hat?“


In einer wertfreien (!) Haltung voller Empathie zeige ich meinen Willen, verstehen zu wollen, & die Gefühle & Perspektiven des Sprechers zu respektieren. Ist es Teil der Vereinbarung, kann ich auf Wunsch zu einem für mein Gegenüber passenden Moment ein wertschätzendes, konstruktives Feedback geben. Während der andere spricht, sollte ich jedoch Unterbrechungen vermeiden. Zuhören heißt vor allem geduldig sein. Aktives Zuhören bedeutet im besten Fall wert- & urteilsfrei zu sein.


All dies ist eine Höchstleistung, die auf Dauer sehr erschöpfend sein kann.  Auch deshalb dauern beispielsweise meine Coaching-Stunden maximal 60 Minuten. Danach bin ich ganz einfach am Limit meiner Konzentrationsfähigkeit & die Qualität meiner Arbeit beginnt zu leiden.

Wenn du mir nicht glaubst, dann versuche es, ganz zum Wohle deiner Beziehung zu deinem Gegenüber, selbst einmal. & dies ist eine ehrliche Einladung, denn:

 

Gute Gespräche sind leider sehr selten geworden.
Die eine Hälfte redet, ohne etwas zu sagen.
Die andere hört hin, ohne etwas zu verstehen.

Aktives Zuhören erfordert Übung & bewusste Anstrengung, aber es ist eine wertvolle Fähigkeit um Beziehungen zu stärken, Missverständnisse (& daraus resultierende Konflikte) zu vermeiden & effektive Kommunikation zu fördern.


Was zeichnete dein letztes, gutes Gespräch aus? & wie lange ist es her? Wenn es zu lange her ist, & du sehnst dich nach jemandem, der dir bei einer wichtigen Sache wirklich zuhört, dann bin ich als Coach auch für solche Anlässe gerne deine erste Anlaufstation. Wertfrei & zu 100% bei dir & deinem Anliegen. Probiere es doch einfach mal aus. Mein Kalender steht dir offen.

 

Bis dahin wünsche ich dir eine gute Zeit & viele Gelegenheiten, selbst ein besserer Zuhörer zu sein, als so viele andere. Sei der Unterschied.


Deine

Christine Schäfer

 

vom

 KOMMUNIKATIONSbuffet

 

 

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