Frauen um die 50 – warum gerade alles gleichzeitig ins Wanken gerät
- Christine

- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Warum bei Frauen um die 50 oft alles gleichzeitig kippt: Beziehung, Job, Mental Load, Körper. Zeit, genauer hinzuschauen.
Neulich hab ich eine Bekannte getroffen, die ich lange nicht gesehen hatte. Erster Gedanke, ganz ehrlich: Wer ist das & was ist mit ihr passiert? Nicht bös gemeint. Nur – irgendwas hatte sich verschoben. Nicht über Nacht, sondern über Jahre, in denen niemand so genau hingeschaut hat. Sie am wenigsten.
Was war passiert?
Sie erzählte mir, dass sie kürzlich am grauen Star operiert wurde. & wie sie am OP-Tag abends im eigenen Bad die Augenklappe abnahm & erschrak 😳
Weiter erzählte sie, wie sie sich ansah & das Gefühl hatte, seit Jahren nicht mehr so klar gesehen zu haben wie in diesem Moment. Wie fremd ihr das eigene Gesicht kurz vorkam – & wie schnell sich dieser Schreck dann in ein schräges Lachen verwandelte. Dieses Lachen, das man kennt, wenn man merkt, dass man den ganzen Tag mit Salat zwischen den Zähnen rumgelaufen ist – & alle anderen es die ganze Zeit gesehen haben. Nur man selbst nicht. Als wäre die Augenklappe schon lange, ganz unbemerkt, ihr ständiges Accessoire gewesen.
Nicht, weil sie sich hat gehen lassen. Sondern weil sie schlicht nicht mehr scharf hinsehen konnte – & als es endlich wieder ging, war einiges passiert, das sie verpasst hatte.
Ich glaub, so geht's vielen von uns. Nur ohne OP.
Seit wann eigentlich...
...hab ich keinen Sex mehr, ohne drüber nachzudenken, warum?
Seit wann bin ich eher die Sekretärin für alle anderen als die Frau mit den eigenen Projekten?
& seit wann trag ich diese Falten, dieses Grau, diese Müdigkeit im Gesicht – ohne dass mir wirklich jemand gesagt hätte, wann das angefangen hat?
Nicht, weil wir blind sind. Zu funktionieren fühlt sich im Laufe der Zeit einfach nach Kontrolle an. & mit dieser Zeit wird "Hinschauen" – Selbstreflexion – irgendwie zu einem Luxus, den wir uns nicht gönnten. Zu viel stand auf unseren To-do-Listen. Autopilot halt.
Und dieser Moment des Hinschauens hat's in sich. Man erschrickt über sich selbst, ganz kurz. Nicht dramatisch, eher so ein "Ach nee, wirklich?"-Erschrecken. & direkt danach der Reflex: Kopf wieder rein in den Sand, bitte. Weil das Vertraute – auch wenn's längst nicht mehr passt – sich eben vertraut anfühlt & erstmal keine Konsequenzen fordert. Ist ja auch bequemer, die eigentliche Entscheidung auf die lange Bank zu schieben, statt sie zu treffen.
Und das Blöde ist: Es bleibt selten bei einer Baustelle. Meistens laufen gleich mehrere gleichzeitig.
Draußen
Der Partner rutscht in seine Version von Midlife-Crisis – Motorrad, neue Frisur, plötzlich "Ich muss mich mal wiederfinden". Die Kinder ziehen aus, & mit ihnen verschwindet der Alltag, der zwei Jahrzehnte lang den Ton angegeben hat. Im Job wird umstrukturiert, & auf einmal sollst du Dinge mittragen, die du innerlich schon lange abgehakt hattest.
Du warst die ganze Zeit mittendrin. Deine beste Freundin von früher – mit 16, gnadenlos ehrlich & leicht genervt drauf – hätte dir dazu längst mit gelangweilter Miene gesagt: "Schätzchen, so ist das Leben." Als hätte sie die Weisheit löffelweise intus 🤪 Nervig war sie. Aber genau diese Unverblümtheit fehlt heut manchmal. Denn auch deine Freundinnen von heute fliegen alle in ihrem eigenen Autopilot mit.
Drinnen
Manchmal ist es der Care-Load, der sich unbemerkt aufgetürmt hat – all das Kümmern, Organisieren, Zusammenhalten für andere, das nirgendwo auf der To-do-Liste stand & trotzdem den ganzen Tag gefüllt hat. Bis einem auffällt, dass man selbst irgendwo auf der Strecke geblieben ist.
Dazwischen
Die andere Seite der Medaille: Die Kinder sind raus, das Ersparte ist da – & auf einmal ist Raum für Sachen, die früher hintenanstehen mussten. Die eigene Selbstständigkeit. Das Mommy-Makeover oder was auch immer gerade in einem rumort & endlich mal laut werden darf – Wahnsinn - immer, aber wenigstens der eigene.
Drei völlig unterschiedliche Blickwinkel. Eine gemeinsame Frage:
Wer schaut da eigentlich mal neutral drauf? 🤔
Nicht der Partner – der ist selbst Teil der Gleichung. Nicht die Kinder – zu involviert, & sowieso mit eigenem Kram beschäftigt. Nicht mal die beste Freundin von heute – die will dich schützen, & sagt dir manche Wahrheit lieber nicht ins Gesicht.
Genau deshalb gibt's mich.

Nicht als Ersatz für echte Freundschaft. Eher als die 16-jährige Frechheit von früher, nur mit mehr Lebenserfahrung & ohne Aktien an deinem Leben. Bezahlte beste Freundin auf Zeit, nenn ich das. Klingt komisch, funktioniert aber erstaunlich gut.
Falls sich bei dir gerade auch mehrere Blickwinkel überlagern & du das Gefühl hast, alles verschwimmt: Lass uns reden. Unverbindlich, ehrlich & ohne, dass ich dabei irgendwas von dir will außer, dass du wieder klarer siehst.
Mach´s dir fein für heute.
Sagt die
Bezahlte Beste Freundin - auf Zeit - wenn du willst



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