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Raus aus der Komfortzone? Warum Bleiben manchmal die mutigere Wahl ist

  • Autorenbild: Christine
    Christine
  • vor 21 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Kannst du dieses Wort KOMFORTZONE noch lesen, ohne gleich dem Drang nachzugeben, weiterzuklicken? Ich könnte dich verstehen, wenn du dabei schon keine Lust mehr auf diesen Beitrag hast – überall heißt es doch, wie wichtig es ist, sie zu verlassen. Heute mache ich das Gegenteil: Ich lade dich ein, es dir richtig gemütlich zu machen. Klingt gut? Dann lies weiter, warum genau das gerade eine kluge Strategie sein kann.

Was ist die Komfortzone eigentlich – & wie kommen wir dahin?

Die Komfortzone ist der Bereich, in dem wir uns sicher & sehr wohlfühlen. Drei Lebensbereiche sind hier zu Hause: unser Privates (Familie, Partnerschaft, Freunde, Wohnort), unser Berufliches & unsere Gesundheit. Solange alles in diesen Bereichen stabil & vertraut bleibt, keine kritischen Überraschungen auftauchen, ist alles im Lot – wir haushalten gut mit unserer Energie. Ein wenig Langeweile gehört dazu, wird aber meist als angenehm empfunden.


Konzentrisches Kreisdiagramm mit vier ineinanderliegenden Zonen – im Zentrum die Bereiche Berufliches, Gesundheitliches & Privates, umgeben von Komfortzone, Angstzone, Lernzone & außen der Wachstumszone. Grafik von KOMMUNIKATIONSbuffet.
Die vier Zonen über drei Lebensbereiche

Im Berufsleben erledigen wir Aufgaben mehr oder weniger spielend – auch unbekannte Anforderungen fordern uns nicht sonderlich, weil wir Muster erkennen & wissen, wie wir mit ihnen umgehen. Bleibt Energie übrig, kümmern wir uns um andere Dinge: den nächsten Urlaub planen, mit Kolleginnen austauschen, wie anstrengend eigentlich alles ist – obwohl's grad easy läuft.


Im Privatleben sind wir mit Familie, Freunden & Nachbarn in vertrauten Ritualen verbunden. Manchmal würden wir gern ausbrechen – an Weihnachten zum Beispiel mal was anderes machen als sonst – & doch sind wir mit der Berechenbarkeit sehr zufrieden. Wenn wir ehrlich sind, scheuen wir auch die Konflikte, die eine Veränderung mit sich bringen würde.


Auch unsere Gesundheit läuft in der Komfortzone meist nebenbei mit: Wir kurieren einen Schnupfen aus & sind bald wieder auf dem Damm. Meine weise Oma gab mir mit: Der Gesunde hat viele Wünsche, der Kranke nur einen. Recht hatte sie.


Wann wir die Komfortzone verlassen

Manchmal gehen wir selbst aktiv den Weg ins Risiko: ein neuer Job in einer neuen Firma, eine neue Liebe in einer anderen Stadt, der erste Fallschirmsprung. Manchmal werden wir aus unserem Alltag herausgerissen, ohne dass wir das wollen: Die Firma muss schließen. Der Partner trennt sich. Eine schwerwiegende Diagnose steht plötzlich im Raum.

Egal, was es ist: Wir müssen in solchen Momenten raus aus der Komfortzone, werden gefühlt hinauskatapultiert, & dabei lassen wir Vertrautes hinter uns. Ich beschreibe das gern als vier Zonen, die einander umschließen & durch die wir lernen: Komfortzone, Angstzone, Lernzone, Wachstumszone. & die meisten wollen nur eine davon so schnell wie möglich verlassen – nämlich die Angstzone.


Das ist auch verständlich: Es ist ganz normal, Angst zu haben, wenn sich im Leben etwas ändert. Wir fürchten, nie wieder so zufrieden zu sein wie innerhalb unserer Komfortzone, auch wenn wir eigentlich in uns irgendwo diesen leisen, unzufriedenen Gedanken ab & an schon mal hatten – wenn wir ehrlich sind 😉 Doch wir glauben, dass alles außerhalb davon nur schiefgehen kann. Wir haben Angst, etwas nicht zu schaffen, zu scheitern, hinterher schlechter dazustehen als vorher. Deshalb meiden wir diesen ersten Schritt so sehr. Alles außerhalb der Komfortzone ist unbekannt, kostet Energie & Arbeit, macht uns einfach Angst.


Erlaube mir diesen kleinen Werbeblock fürs Coaching:

Eine professionelle Begleitung in dieser Zeit kann dir helfen, mit der Angst nicht allein zu sein, die wichtigen Schritte anzustoßen & die Energie zu finden, immer weiter zu gehen, durch alle Zonen, bis du deine neuen Routinen gefunden hast. Doch eins nach dem anderen.


Illustration einer Frau, die entspannt mit einer Tasse in einem warmen Lichtkreis sitzt, umgeben von bunten, dynamischen Wellen & Formen in Cyan, Pink & Grün. Titel „Komfortzone" – Titelbild von KOMMUNIKATIONSbuffet Christine Schäfer.
Systemisches Coaching begleitet dich durch alle Zonen & Bereiche
& wenn wir doch raus müssen?

Die gute Nachricht: Wir Menschen sind darauf ausgelegt, zu lernen. Landen wir in der Angstzone, wird unser Leben in diesem Bereich erstmal zur Baustelle – nichts fließt mehr rund, wir müssen uns fürchterlich konzentrieren, weil uns die Routinen fehlen. Nehmen wir diese Herausforderung an, gelangen wir automatisch in die nächste Zone, die Lernzone. Hier entdecken wir neue Möglichkeiten & Wege – manchmal welche, die vorher verborgen waren. Haben wir Neues gelernt, etablieren wir nach & nach neue Routinen. So kommen wir über die Wachstumszone in eine neue, erweiterte Komfortzone – & haben wieder genug Energie für andere Lebensbereiche.


Warum Komfortzonen so wichtig sind – & wieso ich dir empfehle, vielleicht erstmal drinzubleiben

Das Verlassen der Komfortzone kostet Arbeit & Energie neben dem Stück Bequemlichkeit. Am liebsten wollen wir die Angstzone schnell durchschreiten, entweder zurück in die Komfortzone oder aber ins Lernen kommen, um in der Wachstumszone zu landen. Doch: wenn irgend möglich, sollten wir nie mehr als zwei Baustellen gleichzeitig im Leben haben. Warum? Weil eine allein schon anstrengend genug ist.


Ein Beispiel:

Wer schon mal für einen neuen Job in eine neue Umgebung gezogen ist – neue Wohnung (Baustelle 1 – privates Umfeld), neuer Job mit neuen Kollegen (Baustelle 2 – Aufgabe plus soziales Umfeld im Job), neue Wege (Baustelle 3 – Kombi aus 1 & 2) – weiß, wie kräftezehrend das ist. In dieser Zeit bleibt kaum Raum für entspannende Hobbys, weil man nach einem Tag im ungewohnten Terrain einfach müde ist. Punkt.


Und im Alltag brennt allerdings selten nur eine Baustelle: Job, Beziehung, Gesundheit, Familie, dazu der Mental Load, der sowieso unbeachtet, aber permanent mitläuft – bei den wenigsten ist gerade wirklich Ruhe. Deshalb mein Impuls als Coach (für Frauen & Männer) & deine beste Freundin auf Zeit: überleg dir gut, ob eine zusätzliche, selbstgewählte Veränderung gerade wirklich eine Verbesserung wäre – oder einfach nur eine weitere Baustelle.


Muss

  • die nächste Ausbildung jetzt starten?

  • Das Auto in jedem Fall verkauft werden?

  • Der Freundeskreis unbedingt deutlich reduziert oder aufgestockt werden?


Manches darf warten, bis wieder Kraft da & Energie im Akku ist.


Das heißt aber nicht:

Einfach abwarten & Kopf in den Sand stecken. Manchmal ist der Impuls, in der Komfortzone zu bleiben, nämlich die bequeme Ausrede – keine kluge Entscheidung. Schiebst du zum Beispiel ein Symptom immer wieder weg, weil ein Arztbesuch gerade unbequem wäre: das ist kein Grund zu bleiben, sondern ein Grund, um zu handeln. Hier gilt raus aus der Komfortzone, so unangenehm der erste Schritt auch sein mag.


Sei aufmerksam & unterscheide, wann Bleiben Selbstfürsorge ist – & wann es nur Vermeidung.

Raus aus der Komfortzone ist nicht immer der richtige Rat. Manchmal ist Bleiben die mutigere Wahl.


Wie klingt das für dich?

Ich gönn mir jetzt eine heiße Tasse Kaffee & überlege, was mir am nächsten Wochenende noch guttun würde.


Grüße aus der Komfortzone

Deine Christine


vom

KOMMUNIKATIONSbuffet

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