Im Bus des Lebens - Zeit des Umsteigens

Aktualisiert: vor 5 Tagen
Könntest du dir vorstellen, dass das Leben deine Reise in deinem ganz persönlichen Lebensbus ist & du auf dieser Reise neben dem Bus auch unterschiedliche Transportmittel wählen kannst? Dies ist eine Analogie, die mir in schwierigen Zeiten hilft, das Gefühl der Selbstbestimmtheit für mein Leben zu behalten. Wenn dich interessiert, wieso mir dieses Bild hilft, warum ich schon wieder umsteige, dann lies in diesem Artikel mehr zu meiner persönlichen Umsteigezeit.
Von außen betrachtet gleicht mein Leben für viele einem stetigen, unbeirrten wie erfolgreichen Voranschreiten. Mit Anfang 20 absolvierte ich erfolgreich zwei Berufsausbildungen hintereinander. Nach den Prüfungen bekam ich gleich eine Festanstellung & startete in mein Berufsleben. In der folgenden Zeit sammelte ich (wie in dem Alter eigentlich üblich) gebrochene Herzen & ließ auch mir mein Herz brechen. Ende 20 heiratete ich, Anfang 30 saßen wir vor dem Scheidungsrichter. Beruflich hatte ich zwischenzeitlich in die Industrie gewechselt & angelte mir einen lukrativen Job nach dem anderen (hüstel). Ende 30 lernte ich dann meinen heutigen Mann kennen & sehr schnell lieben. Nach nur zwei Jahren zogen zusammen in unser eben gekauftes Haus. Bis heute leben wir glücklich zusammen & alles ist wunderbar, duftet nach Rosen & ist voller Einhornstaub.

Ein Rat an dieser Stelle:
Glaube nicht immer alles, was du denkst!
Es ist nicht immer Gold, manchmal noch nicht mal Messing, was da glänzt. Trotzdem blieb ich, von außen betrachtet, immer in einer mehr als komfortablen Situation. Aber eins nach dem anderen …
Ich verrate dir sicherlich kein Geheimnis, wenn ich dir sage:
Rückblickend kann man eine Geschichte, ein Leben immer auf die ein oder andere Art erzählen. Es kommt auf den Schwerpunkt an, den man in der Geschichte legt.
& dass Anderen, die mein oder dein Leben von außen betrachtend beurteilen, elementar wichtige Informationen fehlen, darüber brauchen wir bestimmt auch nicht diskutieren. Kaum einer spricht außerhalb von FuckUp-Events über sein Scheitern & Liebeskummer ist nur in Filmen mit Happy End wirklich romantisch.
Heute möchte ich dir einen Blick hinter meine Kulisse schenken. Denn bei der Reise meines Lebens stehe ich wieder einmal an einem Busbahnhof & warte auf den nächsten Bus. Einem, der mich meinem Berufs- & Lebensziel näherbringt. Um mein Privatleben zu schützen, werde ich hier keine tiefen Details teilen. & die Analogie vom Leben als Reise – ob im Bus, im Boot oder mit einem anderen Gefährt – braucht davon ohnehin keine. Begleite mich einfach ein Stück meines Weges.
Systemisches Denken
In meiner Ausbildung zum systemischen Coach hat mich die ganzheitliche Sichtweise sehr angesprochen: Worum es auch geht, alles ist miteinander verknüpft & steht in Beziehung zueinander. Wie in einem Mobile: Alles schwingt & kommt in Bewegung, stößt man es nur an einer Seite an.
Nehme ich eine Freundschaft.
Da stehen andere Freunde, Freundeskreise, Partner, Eltern, Kollegen, Wohnorte etc. in Beziehung zu der einen Freundschaft, die ich in dem Moment betrachte.
Nehme ich (m)eine Liebesbeziehung.
Auch hier sitzen beispielsweise die Ex-Partner mit im Boot der Liebe – als gemachte Erfahrungen & beeinflussen durch das Erlebte das Heute. Bei einer Ehe spielen die Schwiegereltern, die Familien generell eine Rolle. Später auch mögliche Kinder – oder deren Fehlen. Oder der Job nimmt Einfluss, Kollegen, Dienstreisen usw. Eine Liebesbeziehung ist niemals nur eine Beziehung von zweien, denn alle um uns herum nehmen Anteil. Was genau ich damit verbinde, erfährst du in diesem Artikel: Aktien an (d)einem Leben haben.
Nehme ich meinen Job.
Hier entscheide nicht nur ich, wie sinnhaft, erfolgreich oder kreativ mein Arbeitsleben ausschaut. Nein. Mein Arbeitgeber, meine Kollegen & Kunden sitzen ebenfalls mit in meinem Bus & tragen ihren Anteil dazu bei, ob ich meiner Linie & meinem Ziel treu bleibe oder nicht.
Im besten Fall haben wir alle eine konkrete Idee davon, wie wir unser Leben leben wollen. Was uns wichtig ist. Was wir lernen wollen. Welche Werte & Visionen uns antreiben, um unser Bestes zu geben. Bleibe ich in dem Beispiel des Busses, dann könnte das in diesem Fall das Fahrziel, der Streckenverlauf, die Ausstattung des Busses & auch die Mitreisenden sein.
Beispiel: Der Job-Bus
Irgendwann entschied ich mich für einen Berufszweig: Pharmazie. Ich stieg ein in den Bus der Ausbildung zur Apothekenhelferin – lernte praxisnah, fand in Kollegen & Vorgesetzten Rollenvorbilder (positive wie negative) & entdeckte über meine Mitreisenden, wie meine Zukunft aussehen könnte.
Von Anfang an wollte ich mehr: PTA werden. Also drückte ich den Halte-Wunsch-Knopf, verließ den Ausbildungs-Bus an der nächsten Haltestelle & stieg in den PTA-Bus um. Vier Semester an der Rheinischen Akademie später stand ich an meiner (vorläufigen) Endhaltestelle – die Ausbildung war abgeschlossen.
Auf dem Fahrplan des Lebens hielt ich Ausschau: Öffentliche Apotheke? Krankenhausapotheke? Arzneigroßhandel? Ich entschied mich erst einmal für die öffentliche Apotheke – & merkte in den folgenden vier Jahren hinter dem HV-Tisch: Diese Arbeit erfüllte mich nicht. Sie bezahlte nicht mal die Rechnungen komplett, also hatte ich parallel noch einen Nebenjob.
Solche Denkphasen – oder Umsteigezeiten – können Zeiten sein, in denen man hadert & sich unsicher ist, wie der nächste Schritt aussehen soll. Für mich war klar: Ohne umzusteigen erreiche ich mein Ziel nicht. Klar, ich hätte mich auch einfach treiben lassen können. Aber dann trifft das Leben die Entscheidungen für mich – keine Option für mich.
Also stieg ich, nach einiger Suche & einigen Bewerbungen, in den Außendienst-Bus ein – in dem ich, im weitesten Sinne, noch heute bin. Nur mit ein paar Mal Umsteigen zwischendurch, denn manchmal führte mich ein Bus in die falsche Richtung oder ich hatte nur Kurzstrecke gebucht Denn manchmal gilt eben doch: Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab!😉 Aber darüber reden wir lieber einmal bei einem Kaffee ...
Je älter wir werden, desto näher kommen wir hoffentlich unserem Ziel & desto geschulter ist unser Blick dafür, welche Mindestausstattung unser Lebens-/Job-/Liebes-Bus haben muss. Unsere Entscheidungen werden dabei meist risikoärmer, denn unsere Erfahrungen aus der Vergangenheit helfen uns zu erkennen, was für uns & unser Weiterkommen wichtig ist.
Haltestelle verpasst? Mist. Aussteigen & ins Risiko gehen, keinen Anschluss-Bus zu bekommen? Manch einer bleibt dann einfach sitzen & denkt
„Ach, wird schon gut gehen!"
Wieder andere nutzen den Moment, reflektieren & entscheiden sich für eine völlig neue Richtung. Bus war gestern, ab heute geht's mit dem Boot weiter (aus Vollzeit wird Sabbatical oder wir lernen etwas komplett Neues?).
Was uns immer bleibt: Wir gehen unseren Weg in Beziehung zu anderen, sind in Systemen unterwegs. Diese Menschen (Kollegen, Familie etc.) nehmen bewusst wie unbewusst Einfluss darauf,
wie wohl wir uns in dem Bus fühlen,
wie angenommen & wie wertgeschätzt,
was wir lernen & welchen Eindruck es in unserer Persönlichkeit hinterlässt.
Der Mensch ist ein geselliges Wesen, weshalb es uns häufig schwerfällt, an einer Haltestelle Abschied von den Mitmenschen zu nehmen, die im Bus bleiben & weiterreisen, während ich sie zurücklasse. Doch will ich auf meiner Lebensreise näher an mein (!) Ziel kommen, muss ich in diesen Momenten aktiv entscheiden: Was ist mir wichtig(er)?
Reiseroute ändern & die Konsequenzen dabei im Blick behalten?
Umsteigen, wie geplant, & auch hier mit den gewonnenen Erfahrungen die Zukunft abwägen?
Wie auch immer wir uns entscheiden, beides kann uns schwerfallen. Für mich passt hier der Spruch sehr gut:
Immer, wenn das Leben in den nächsten Gang schaltet,
ruckelt es ein wenig.
Für mich bedeutet das inzwischen: Es ist absolut normal, hin- & hergerissen zu sein, wenn eine Entscheidung ansteht. Gehen oder bleiben? Von außen könnte man meinen, mir fielen Veränderungen leicht – vielleicht sogar, dass ich sie aktiv herbeiführe. Doch auch mir wird es schwer ums Herz, wenn ich mich aus gewohnten Bahnen verabschiede. So wie aktuell.
In den vergangenen zehn Jahren habe ich enorm viele Chancen bekommen, Neues zu entdecken. Meine Route enthielt einiges an Kurzstrecke 😉 Auslöser war oft eine Entscheidung für meine Werte & gegen den weiteren Streckenverlauf des Job-Busses. Heute ist es erneut an der Zeit, dass ich umsteige. Wieder habe ich für mich gecheckt, wohin ich eigentlich will – mein bisheriger Bus hätte dieses Ziel verfehlt.
Doch glücklicherweise meldete sich eine Freundin bei mir. Wir hatten uns vor Jahrzehnten in einem anderen Job kennengelernt & wurden Freundinnen. Sie erzählte mir von einer einmaligen Gelegenheit: Ihr Bus & meiner würden sich an einer Haltestelle kreuzen & ich hätte die Chance, zu ihr umzusteigen. Sollte ich das tun? Was würde ich gewinnen, was verlieren? Wen würde ich zurücklassen? Solche Entscheidungen wollen wohlüberlegt sein.
Um es auf den Punkt zu bringen
Ich bin umgestiegen! In einen neuen Job, einen neuen Kollegenkreis, mit einem neuen Chef in einer neuen Region.
Risiko!
Aufgrund meiner Erfahrung aus den vergangenen 30 Jahren vertraue ich darauf, dass mich dieser Umstieg näher an mein Ziel bringt: im Berufsleben einen sinnvollen Beitrag für ein großes Ganzes zu leisten. Ob ich mir sicher bin? Nein. Doch ich vertraue darauf, dass es gut wird. & wenn nicht, wird es sicherlich eine Alternative geben. Bis heute wurde ich für meinen Mut, ins Risiko zu gehen, noch immer belohnt – es eröffneten sich Möglichkeiten, die ich vorher nie in Betracht gezogen hätte. Bildlich gesprochen werde ich in meNewsletter mit Freebieinem neuen Bus nicht nur einen Sitzplatz mit viel Beinfreiheit haben, nein, es gibt auch Service am Platz & ich treffe einige bekannte Gesichter wieder – worauf ich mich am meisten freue 🤩
Warum erzähle ich dir diese Geschichte?
Weil ich, wie mit allen Beiträgen auf diesem Blog, hoffe, dir eine Inspiration zu geben. Ein Beispiel dafür, dass sich Mut & Reflexion lohnen. Dass der vermeintlich einfache Weg sich als Umweg entpuppen könnte & du immer im Blick haben solltest, was dein Wofür ist.
Warum machst du das, was du tust?& wofür stehst du morgens auf?
Ich hatte mein Wofür aus dem Blick verloren, fühlte mich lost in meinem Tun & fragte mich zuletzt immer häufiger, warum ich mache, was ich tue. Trotzdem fiel mir die Entscheidung zu gehen schwer. Es gibt Menschen, die mir wichtig geworden sind & die ich durch meine Entscheidung verlieren könnte. Aber ohne Einsatz gibt es keinen Gewinn, oder?! Was mir aber keiner nehmen kann, sind meine Erlebnisse & Erfahrungen – meine ganz persönlichen Reise-Erinnerungen.
Doch jetzt muss ich los! Mein Bus kommt!
Aber eine Frage noch zum Schluss:
Wie verläuft deine Reise? Bist du zufrieden mit deiner Reisegruppe & dem Streckenverlauf? Melde dich einfach bei mir, wenn du meinst, ein Gespräch könnte eine gute Idee sein. & abonniere meinen Newsletter IMPULSE kurz&gut für mehr Leichtigkeit im Kopf - als Dankeschön erhältst du meinen WünschePfad, der sowas wie ein Umsteigeticket sein kann 🫶
Gute Reise auf all deinen Wegen
wünscht dir deine
Christine
vom



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