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Standortanalyse vor dem Jahreswechsel

Autorenbild: Christine
Christine
vor 4 Tagen
6 Min. Lesezeit
Die Sonnenmilch steht noch sichtbar im Badezimmer, die Outdoor-Möbel sind abends häufiger verwaist & im Kleiderschrank ziehen so langsam kuschelige Sweater & dickere Socken an griffbereite Stellen – nach einem langen Sommer steht der Herbst vor der Türe. Unbeschwerte Sommerfeste & Gartenparties mit leichten Salaten & alkoholfreien Cocktails weichen Kürbischutney & anderem Deftigen. Supermärkte bieten in unfassbaren Mengen Spekulatius & Marzipankartoffeln an & auch ich habe schon die erste Packung Lebkuchen vernascht. Nicht mehr lange & der alljährliche Elefant „Weihnachten“ steht im Raum & wir fragen uns „Was machen wir eigentlich an Silvester?“

Damit es in diesem Jahr endlich mal wirklich feierlich & harmonisch wird, & auch genau so, wie wir die Zeit am Jahresende wirklich feiern wollen, teile ich in diesem & zwei weiteren Artikeln mit dir eigentlich geheime Zutaten dafür. Zutaten, mit denen du mehr Klarheit im Leben & besonders Klarheit & Transparenz vor dem Jahreswechsel erzielst. Denn seien wir mal kurz ehrlich:

In den letzten Jahren & Jahrzehnten ist es doch an dem einen oder anderen Ende immer aus dem Ruder gelaufen, oder? Entweder lag der ganze organisatorische Wust an Arbeit auf (d)einem Tisch & du hast dich gekümmert, oder du warst mal konsequent untätig & hast dich dann über fade Klösse aus der Packung, veganen Braten & kreative Tee-Influenzen gewundert. Ich sage nicht „geärgert“, denn du hattest dich ja bewusst für Harmonie entschieden. Ja, wir Frauen über 40 haben in den letzten Jahren dazugelernt & wissen heute mehr, was wir wollen & noch mehr, was nicht. & trotzdem ist da dieser Elefant, denn eigentlich könnten wir eine 10-Euro-Wette darauf geben, dass es auch in diesem Jahr zu Weihnachten wieder Knatsch & Streit gibt, Silvester ungewollt spontaner & die Neujahrs-Vorsätze zwar mit deutlich mehr Dringlichkeit, aber ab dem 10. Februar auch schon wieder Schnee vom Vorjahr sind (Stichwort: Wir alle werden älter, müssen unbedingt mehr Sport & Bewegung in unseren Alltag & gleichzeitig Alkohol & Zigaretten aus unserem Leben bringen!).


Eben sagte ich was von geheimen Zutaten, die es ermöglichen, dass


  • Aufgaben gleichmäßiger & fair verteilt werden

  • Streitpunkte wie Wert der Geschenke für die Kinder, Menge an Essen & Alkohol Konsens weichen

  • & du dich selbstbestimmter fühlst, um selbstwirksamer in das neue Jahr zu starten.


Interesse? Dann los:

Wie so oft, bediene ich mich in meiner Coachingpraxis an Modellen aus dem Business-Kontext. Es klingt wenig romantisch, doch eigentlich sind die Feiertage Weihnachten & Silvester auch nur Projekte, die komplexes Ressourcen- & Stakeholder-Management erfordern. Gib mir eine Chance, das kurz zu erklären & ein gemeinsames Verständnis zu ermöglichen.

Gerade in der Lebensmitte – wenn sich Prioritäten, Familienkonstellationen & manchmal auch ganze Lebensentwürfe verschieben – lohnt sich dieser Blick auf Neuorientierung besonders. Als Coach begleite ich solche Prozesse der Neufindung: nicht als starre Anleitung, sondern mit Impulsen & Denkanstößen, von denen du das nimmst, was zu dir & deinem Leben passt.


Standortanalyse

Im Projektmanagement beginnt es meist mit einer guten Idee – & dem Startschuss, daraus etwas Konkretes zu entwickeln. Das Erste ist, dass sich ein Projektteam bei einem Kick-Off findet & klärt, wer hier welchen Hut auf hat & wofür genau verantwortlich ist. Dann sollte geklärt werden, was die wichtigen Inhalte sind & ob es schon Ideen gibt, welches Budget veranschlagt werden soll. Ganz rudimentär & ohne Anspruch auf Vollständigkeit bis hierher.

Bevor es dann aber wirklich ins Tun geht, & z. B. neue Dinge angeschafft werden, wo man hinterher feststellt „Mist, hätten wir noch gehabt“, ist es das Cleverste, man trifft sich & erhebt erst einmal eine umfassende Standortbestimmung.


Was brauchen wir? Was haben wir? Was wollen wir noch?


Ganz knapp, als Fahrplan:

  • 1. Fundament – Steht das Datum? Der Ort?

  • 2. Harte Fakten – Wer ist dabei, wer nicht? Wo ist der geeignetste Ort?

  • 3. Kosten – Geld ist das eine, Zeit das andere.

  • 4. Abwägen – Eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken).


Die SWOT-Analyse stellt Stärken & Schwächen – also das, was du selbst mitbringst – den Chancen & Risiken von außen gegenüber. So bekommst du auf einen Blick ein ehrliches Bild der Ausgangslage, bevor geplant wird. Im Artikel über kommunikative Werkzeugkoffer habe ich übrigens mehr über hilfreiche Tools geschrieben.


Leere SWOT-Vorlage (Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken) von KOMMUNIKATIONSbuffet zum Ausdrucken für die eigene Standortanalyse
Eine SWOT-Analyse hilft - auch im Privaten

& dann geht's auch schon los damit, dass man das alles terminiert: Welches ist das finale Ziel &/oder Enddatum? Welche Meilensteine gibt es? Wann sollten diese in welcher Güte erreicht sein? Alle Aufgaben werden entlang des Zeitstrangs ab „Jetzt“ bis zum „Ziel“ auf die einzelnen Gewerke verteilt & so ist erkennbar, wer macht was bis wann, um welchen Meilenstein zu erreichen.

An dieser Stelle beende ich meine Skizze, denn nun möchte ich mit dir dieses Projekt umbenennen in „Weihnachten“ & dass du dir das unter diesem Titel alles noch einmal anschaust.


Weihnachten

Eine Standortbestimmung im Herbst ist hier im Grunde nichts anderes als ein bewusster Jahresrückblick über die letzten Jahre & Jahrzehnte, nur eben, bevor der Trubel beginnt & dieses Mal strukturiert:


1. Startend mit dem Fundament

Die Mindestanforderung: Es findet eine gemeinsame Familien- oder Freundes-/Kollegen-Weihnachtsfeier statt – oder nicht (keine zu wollen ist ebenso legitim & muss in einer Standortanalyse nach meinem Verständnis gleichwertig als Punkt mitlaufen). Das Datum: An welchem Tag oder Feiertag? Um welche Uhrzeit? Der Ort: Bei wem oder wo dieses Jahr?


2. Danach kommen die harten Fakten

Wer ist dabei? Wer nicht? Erstelle am besten eine ehrliche Liste. Lasse, wie oben auch schon, die „Wer nicht“-Teilnehmer namentlich mitlaufen – du wirst sie gleich bei der SWOT gut brauchen können. Wo ist der geeignetste Ort für das Vorhaben: bei jemandem zu Hause? In einer Lokalität? Oder …?


3. Kosten

Geld ist das eine, Zeit das andere: Wer finanziert die Feier? Werden die Kosten durch einen pauschalen Betrag auf alle umgewälzt? Im Vorfeld? Oder erst danach? Sei konkret & auch hier: Gibt es mehrere parallele Ideen, notiere sie & lasse sie mitlaufen bis zur SWOT-Analyse. Wer leistet die Zeit-Arbeit? An wem im Orga-Team bleibt was hängen? & was kann anstelle dieser Mehr-Belastung nicht wie gewohnt weiterlaufen? Denn: Die Stunde eines Tages kann nur einmal vergeben werden – wusste meine weise Oma.


4. Abwägen – von Bedürfnissen, Möglichkeiten, Ressourcen

Übertragen auf das „Projekt Weihnachten“ heißt das: Welche Stärken bringt eure Familie mit (z. B. eingespielte Rituale)? Wo hakt's erfahrungsgemäß (Schwächen)? Welche Chance bietet dieses Jahr (neue Location, neue Konstellation)? & welcher Streitpunkt vom letzten Jahr ist schon jetzt als Risiko absehbar?

 

& dann geht's auch schon los damit, dass man das alles terminiert. Das Datum ist klar durch die Einigung auf einen bestimmten Wochen- oder Feiertag. Doch welche weiteren Aufgaben haben welche Zeitfenster? Ich denke da an Lokalität reservieren, Geschenke kaufen, Lebensmittel, Test-Essen kochen, Kleidung usw., je nachdem, wie groß & üppig die Feier werden soll. Meilensteine leiten sich aus den Aufgaben ab & sollten dringend terminiert werden: „Bis wann muss xy erledigt sein?“ & das für alle & mit einer Definition von Güte & Termin.

Bestenfalls hat man eine übersichtliche Skizze von Verantwortlichkeiten & Terminen & die Klarheit:


Wer macht was bis wann, um welchen Meilenstein zu erreichen?


Das klingt erst mal sehr technisch, ich weiß. Doch auch ohne deine Family and Friends zu kennen bin ich mir sicher: Da ist emotionaler Zündstoff drin! Sonst hätte es die letzten Jahre ja auch nicht immer wieder zuverlässig diese Spannungen & Konflikte gegeben – oder? ;)


Meine Bitte: Lass diese Idee erst mal wirken.

Mein heutiger Impuls ist, dass du dich mit viel zeitlichem Vorlauf auf eine gründliche Selbstreflexion vor dem eigentlichen Jahresende einlässt. So kannst du mit Ruhe & Abstand für das diesjährige Weihnachtsfest deine Wünsche & Bedürfnisse transparent machen. Bist sprachfähig, wenn das Thema im nächsten WhatsApp-Chat aufpoppt. & vielleicht wirst du dann auch das sehen, was ich darin sehe: die Chance, etwas anders als die letzten Jahre zu machen – eine Neuorientierung mit einer Lernkurve zu zeigen & den alljährlichen Konflikten damit etwas Hilfreiches, vielleicht sogar Heilendes entgegenzustellen: Planung & Transparenz – die geheimen Zutaten.


Fazit

Ja, eine ehrliche wie realistische Standortanalyse kostet dich heute vielleicht eine Stunde – sie erspart dir aber oft Wochen voller Frust & Magengrimmen, sowie Missverständnisse & Enttäuschung rund um die Feiertage. Gerade für uns Frauen ab 50, also in unserer Lebensmitte, die wir längst wissen, was uns wichtig ist (& was nicht mehr), ist dieser erste klare Schritt oft der befreiendste:


Klarheit statt Reagieren.

Planung statt Aus-dem-Ruder-Laufen.


Im nächsten Artikel schauen wir uns an, warum speziell an Feiertagen wie Weihnachten so zuverlässig gestritten wird – & warum ein Gespräch Anfang November entspannter läuft als dasselbe Thema am 23. Dezember.


Du merkst beim Lesen, dass du eigentlich schon länger mehr Klarheit für dich brauchst – nicht nur für Weihnachten? Dann lass uns reden: Das Erstgespräch ist meine unverbindliche Einladung an dich, zu testen, ob die Chemie zwischen uns stimmt.


Auf deine Nachricht freu ich mich genauso wie auf deinen Kommentar unter diesem Artikel: Was hat dir schon geholfen, Feiertage gelassener zu nehmen?


Mach es dir fein.

Deine

Christine


vom

KOMMUNIKATIONSbuffet

 
 
 

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